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Am 25. Maerz in Moskau
ist das Treffen der NCD Partner und Gemeindeberater stattgefunden unter
Leitung von Roland Kurth, Agape Int. Schweiz.

Auf dem Programm stand:

  • die Ergebnisse von Internationalen
    NCD Summit (Oktober, 2004)
  • Neue Methode der Analyse  — Profil Plus
  • Neue Demension der Partnerschaft  — regionale Beratungsnetze
  • Neue Perspektiven fuer russische Gemeinden
  • Neue Moeglichkeiten zur Umsetzung von NCD Prinzipien in unserer Arbeit und Dienst

Mehr darueber hier >>

Einfuehrung

 

Gemeindewachstum aus eigener Kraft

Lieber Gemeindemitarbeiter!

Ich moechte dir zunaechst einmal eine Frage stellen: «Was meinst du, warum tun wir uns mit dem Gemeindewachstum in aller Regel so schwer?»

Du wuerdest vielleicht antworten: «Ich glaube, das hat damit zu tun, dass es heutzutage viele Widerstaende gegen den christlichen Glauben gibt. Wir Christen bemuehen uns redlich, aber unsere Botschaft scheint heute einfach nicht die beste Konjunktur zu haben". Dann wuerde ich dir die folgende Zeichnung zeigen. Ein Wagen mit vier quadratischen Raedern, der eine Vielzahl aeusserst funktionstuechtiger Raeder transportiert, geschoben und gezogen von zwei Menschen, die ohne Zweifel eine grosse Hingabe an den Tag legen, aber erleben muessen, dass das ganze Unternehmen sehr muehsam, sehr langsam, sehr frustrierend ist.

WagenFuer mich ist diese Abbildung mehr als eine Karikatur. Es ist eine geradezu prophetische Beschreibung des Zustandes weiterer Teile der Gemeinde Jesu Christi. Die Gemeinde bewegt sich vowaerts, aber alles geschieht doch nur sehr langsam. Warum ist das so? Fragen wir die beiden Akteure, dann erhalten wir vielleicht folgende Antworten: «Weil uns ein kraeftiger Wind ins Gesicht blaest », — Oder: «Weil wir den Wagen einen steilen Berg hinaufschieben muessen ». An diesem Gleichnis laesst sich etwas Wesentliches deutlich machen… Von Gottes Seite her sind alle Mittel, die wir fuer den Gemeindebau brauchen, bereits vorhanden. Das Problem besteht darin, dass wir von ihnen keinen Gebrauch machen. Anstatt die Werkzeuge zu benutzen, die Gott uns gegeben hat, versuchen wir, aus eigener Kraft die Gemeinde zu schieben und zu ziehen. Genau das meinte ich mit «Gemeindeaufbautechnokratie». Es bedeutet nicht, dass die beiden abgebildeten Akteure etwa ungeistliche Menschen waeren. Es bedeutet auch nicht, dass ihr Ziel  — die Geminde in Bewegung zu bringen  —  falsch sei. Es bedeutet lediglich, dass die Methode, mit der sie dieses Ziel erreichen wollen, unzureichend ist.

 

Gemeindewachstum — entmythologisiert

Ein Blick in die Literatur zum Thema Gemeindewachstum ist verwirrend: Es werden uns eine Fuelle von Programmen angeboten, wobei die meisten mit dem Anspruch auftreten: "Macht es wie wir, und ihr werdet den gleichen Erfolg erleben". Das Dumme ist nur, dass die meisten dieser Konzepte einander widersprechen: Die einen werben fuer den Bau von "Megagemeinden" als wirksamsten Weg, eine Gesellschaft mit dem Evangelium zu durchdringen, die anderen siedeln die optimale Gemeindegroesse fast schon auf Kleingruppenniveau an; die einen sehen in einem ganz auf Nichtchristen ausgerichteten Gottesdienst das Geheimnis des Erfolgs, die anderen schwoeren auf den Gottesdienst als Raum der Anbetung und der Erbauung von Christen; die einene preisen neue Marketingmethoden als unabdingbare Gemeindewachstumsmethode an, die anderen betreiben erfolgreich Gemeindeaufbau, ohne jemals etwas von "Marketing" gehoert zu haben.

Ein grosses Problem scheint mir darin zu liegen, dass in der herkoemmlichen Diskussion nicht scharf genug zwischen "Modellen" (=Konzepte, mit denen irgendeine Gemeinde in irgendeinem Teil der Welt positive Erfahrungen gemacht hat) und "Prinzipien" (=das, was fuer alle Gemeinden der Welt gilt) unterschieden wird. So treten manche "Modelle" mit Allgemeingueltigkeitsanspruch auf; andererseits werden Prinzipien, von denen sich nachweisen laesst, dass sie universelle Gueltigkeit haben, als "ein Modell unter vielen" missverstanden.

 

Prinzipien oder Modelle

Modelle und PrinzippienAuf diesem Schaubild habe ich dargestellt, worin der Unterschied zwischen beiden Ansaetzen besteht. Bei der Orientierung an einem Modell handelt es sich um den Versuch, das Programm einer erfolgreichen Gemeinde (meist handelt es sich dabei um eine Megagemeinde) auf die eigene Situation zu uebertragen. Dieser Ansatz hat eine ungeheuere Faszination, weil sich hier gewissermassen "mit Haenden greifen" laesst, was man fuer die eigene Gemeinde so sehr ersehnt.

Der prinzipienorientierte Ansatz ist anders. Auch er geht davon aus, dass sich von Modellen, die sich in der Praxis bewaehrt haben, viel lernen laesst. Anstatt sich allerdings auf ein Modell zu beschraenken, werden hier Hunderte unterschiedlicher Modellgemeinden - kleine wie grosse - untersucht, um herauszufinden, welche Elemente allgemeingueltige (und deshalb auch fuer alle anderen Gemeinden relevante) Prinzipien sind - und bei welchen Elementen es sich um vielleicht interessante, aber keineswegs allgemeingueltige Bestandteile eines erfolgreichen Gemeindeaufbaus handelt. Die auf diese Weise mittels Abstraktion gewonnenen Prinzipien werden dann - in einem Schritt - fuer die konkrete Situation einer Gemeinde individualisiert. Dieser aus Abstraktion und Individualisierung bestehende Doppelschritt ist es, der das prinzipienorientierte Verfahren gegenueber einer Imitation einer erfolgreichen Gemeinde in den Augen vieler Christen als weniger attraktiv erscheinen laesst.

 

Die«biotische» Alternative

«Der Natuerlichen Gemeindeentwicklung» liegt ein anderer Ansatz von Gemeindeaufbau zugrunde. Wir nennen ihn «natuerliche» oder «biotische»Gemeindeentwicklung. «Biotisch» bedeutet nichts anderes als die Wiederentdeckung der Gesetzmaessigkeit des Lebens (griechisch «bios»). Es bedeutet, die Wachstumsmechanismen, mit denen Gott seine Gemeinde baut, zur Geltung zu bringen, anstatt es mit eigenen Kraftanstrengungen selbs zu versuchen.

Fruechte und Wurzeln «Natuerlich» bedeutet, aus der Natur lernen. Aus der Natur zu lernen bedeutet, von Gottes Schoepfung zu lernen. Von Gottes Schoepfung zu lernen bedeutet, von Gott dem Schoepfer zu lernen. Um diesen Arbeitsansatz zu illustrieren, schauen wir das Bild an. Es zeigt uns die Gesetzmaessigkeiten organischer Wachstumsprozesse. Die meisten Gemeindewachstumsautoren wuerden mir zustimmen, dass es wichtig ist, von diesen Gesetzmaessigkeiten zu lernen. Das Problem ist indessen, dass einige der populaeren Konzepte einfach nicht "tief genug" reichen. Sie bleiben buchstaeblich and der Oberflaeche. So sind sie blind gegenueber der Realitaet die sich unterhalb der Erdoberflaeche findet: die Zusammensetzung des Bodens, die Wirkungsweise der Wurzeln, die (sehr wichtige!) Funktionen der Wuermer.

In der Theologie ist es umschritten, Gesetzmaessigkeiten der Natur als Modell fuer das theologische Nachdenken zu benutzen. Und diese Zurueckhaltung besteht zu Recht: Ein solches Verfahren - in der theologischen Fachsprache als theologia naturalis bezeichnet ist hoechst problematisch, sofern es um Theologie im engeren Sinne des Wortes, also um die Erkenntnis Gottes geht. Das fuehrt in letzter Konsequenz zu der Illusion, aus eigener Kraft Gott erkennen zu koennen - auch ohne Christus, auch ohne Kreuz, auch ohne Offenbarung. Nur: Bei der natuerlichen Gemeindeentwicklung geht es ja ueberhaupt nicht um die Erkenntnis Gottes, sondern um die Erkenntnis von Prinzipien des Gemeindeaufbaus. Und an dieser Stelle erscheint mir der schoepfungsorientierte Ansatz nicht nur ligitim, sondern geboten zu sein.

 

Drei Schluesselbegriffe

Natuerliche Gemeindeentwicklung bedeutet Abschied zu nehmen von einem oberflaechlichen Pragmatismus, einer statischen Ursache-Wirkung-Logik, einer Fixierung auf Quantitaet, von manipulativen Marketing-Methoden, von einer fragwuerdigen Machbarkeitsmentalitaet. Mit anderen Worten: Weg von menschlich ausgedachten Erfolgsprogrammen, hin zu den Wachstumsprinzipien, die Gott selbst seiner Schoepfung gegeben hat.
Um den Unterschied der natuerlichen Gemeindeentwicklung zu den vorherrschenden Ansaetzen deutlich zu machen, werden wir drei Begriffe benutzen: "technokratisches", "spiritualistisches" und "biotisches" Denkmodell.

Technokratisches Denkmodell Spiritualistisches Denkmodell Biotisches Denkmodell
Institutionen, Programme, Methoden etc. werden in ihrer Bedeutung ueberschaetzt Institutionen, Programme, Methoden etc. werden in ihrer Bedeutung unterschaetzt Theologischer Ansatz, der der natuerlichen Gemeindeentwicklung zugrunde liegt



 

Das internationale Forschungsprojekt

ForschungsprojektWie lassen sich universell gueltige Prinzipien der Gemeindeentwicklung ausfindig machen? Diese Frage laesst sich nicht aus dem Gefuehl heraus beantworten und auch nicht, indem wir nur einige wenige Modellgemeinden studieren. Es gibt nur einen Weg, eine zuverlaessige Antwort auf diese Frage zu finden: Gemeinden in aller Welt anhand wissenschaftlicher Massstaebe zu untersuchen!  — 

Mit dieser Erkenntnis war der Rahmen unseres Forschungsprojektes abgesteckt. Um eine genuegend grosse Datenbasis fuer wissenschaftlich signifikante Aussagen zu bekommen, brauchen wir ein Minimum von 1.000 verschiedenen Gemeinden auf allen fuenf Kontinenten: grosse und kleine, wachsende und schrumpfende, vom Staat verfolgte und staatlich subventionierte, charismatische und nichtcharismatische, prominente Modellgemeinden und gaenzlich unbekannte. Wir brauchen sowohl Gemeinden aus Gebieten, in denen momentan geistliche Aufbrueche erlebt werden (z. B. Brasilien, Korea), als auch aus solchen Regionen, die im weltweiten Massstab eher als "geistliche Entwicklungslaender" gelten (z. B. Deutschland).



Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an uns:

603006, Russland Nishnij Novgorod,  Oscharskaja Str. 15, 214, «Zentrum Agape».
Tel. +7(831) 220-24-17,
Fax +7(831) 220-24-19

Êàòàëîã Õðèñòèàíñêèõ Ðåñóðñîâ «Ñâåòèëüíèê»
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